Einwanderung und Wirtschaft Neuseeland ist eine kleine Wirtschaft. Da haben Ereignisse, die in anderen Wirtschaften nur am Rande bemerkt werden, oft große Auswirkungen. Wußten Sie, dass Sie anhand der neuseeländischen Hauspreise Ihre Einwanderungschancen beurteilen können? Keine volkswirtschaftliche Progonse oder Analyse kommt hier ohne die aktuellsten Zahlen, bzw. Prognosen hinsichtlich der Einwanderungszahlen aus. Umgekehrt wird von Seiten der Regierung gerne versucht, die Wirtschaft mit “Einwanderungstricks” zu beeinflussen. Einwanderungszahlen haben unmittelbaren Einfluß auf die Bauwirtschaft und den Arbeitsmarkt. Starker, wenn auch nur mittelbarer Einfluß, macht sich beim Wert des NZ$ und bei den Bankzinsen bemerkbar. Alle diese Puntke beeinflussen natürlich wiederum die meisten anderen wirtschaftlichen Aspekte Neuseelands. Ein starker Motor des Wirtschaftswachstums Neuseelands ist in den letzten Jahren der Bauboom gewesen, zum großen Teil hervorgerufen durch Neuankömmlinge in Neuseeland, die hier Häuser kaufen und mieten. Dementsprechend sind hier die Hauspreise (regional unterschiedlich) im letzten Jahr um 40% gestiegen. Eine Reduzierung der Nachfrage wird zwar ständig prognostiziert – und scheint auch z.T. schon eingetreten zu sein – auf die Hauspreise hat sich dies aber zur Zeit noch nicht ausgeschlagen. Der Bauboom wird allerdings zum Ende kommen – da scheinen sich alle einig zu sein – wenn die Einwanderungszahlen von ca. 40.000 im letzten Jahr auf ca. 20.000 oder sogar 10.000 pro Jahr (wie manche hier prognostizieren) runtergehen. Die Befürchtung ist dann, dass damit auch das positive Wirtschaftswachstum (zur Zeit 3.5%) Neuseelands deutlich zurückgeht. Ist es daher mal wieder Zeit, dass die Einwanderungsbedingungen gelockert werden? Die Gesetzgebung, die dazu geführt hat, dass sich zur Zeit nur sehr wenige für eine Daueraufenthaltserlaubnis qualifizieren, ist Mitte 2003 in Kraft getreten, zu einer Zeit, als die neuseeländische Wirtschaft wohl dicht am Höhepunkt des Aufschwungs war. Da ließ sich politisch einfach verkaufen, dass man wählerisch ist, bei der Frage, wen man reinläßt und wen nicht. Mittlerweile hat sich das politische Klima wieder etwas geändert. Die positive wirtschaftliche Stimmung hat sich mittlerweile umgewandelt in Skepsis, dass der wirtschaftliche “Abschwung” nur noch eine Frage der Zeit ist – ein ungünstiger Zeitpunkt also, um die Türen zuzumachen vor willigen Arbeitskräften und Devisen ausländischer Geschäftsleute. Es hapert nicht an Einwanderswilligen. Davon gibt es genug! Die Terroranschläge des 11. September haben Neuseeland zu einem der gefragtesten Auswanderungsziele gemacht. Falls Sie eine(r) derjenigen sind, die momentan vor der Tür stehen (und nicht reingelassen werden), seien Sie gelassen! Aufgrund der wirtschaftlichen (und auch politischen) Zwänge werden sich die Einwanderungsbedingungen auch wieder ändern. So war es auch Mitte der Neunziger. Zum Zeitpunkt, als die Hauspreise Ihren Höchststand erreicht hatten, wurden die Einwanderungsbedingungen verschärft, jedoch schon kurze Zeit später, als man merkte, dass keiner mehr kam, wurden die Türen wieder weiter aufgemacht. Wann werden die Türen wieder geöffnet? Das ist schwer vorherzusagen, da zwischen Verschärfung der Regeln und der Erkenntnis, dass die Einwanderer ausbleiben, immer ein Verzögerungsfaktor liegt. Weitere Verzögerungen treten dann ein, bis man sich geeinigt hat, wie und wie weit man die Türen öffnen soll – ein gefährliches Pflaster für Prognosen … Meine Prognose? Spätestens wenn die Hauspreise nicht mehr steigen, gehen die Türen wieder auf! Wann das ist? Da müssen Sie einen Fachmann für volkswirtschaftliche Prognosen fragen … und der wird sich die Einwanderungzahlen anschauen …